Senf im Test: Gute Ergebnisse für verschärften Sommer

(Bonn, 09.06.2021) Das Magazin Ökotest hat 20 Senfmarken untersucht und mit seinen Ergebnissen wieder einmal bestätigt: Deutscher Senf hat eine gute Qualität und erhält Bestnoten im Bereich Sensorik.

Die Ökotest-Prüfer untersuchten insgesamt 20 Senfmarken. Neben der Beurteilung von Aussehen, Geruch, Geschmack und Qualitätsvorgaben zum Senfanteil, wurden die Senfe auch auf Gentechnik, Glyphosat und Bisphenol F getestet. Das erfreuliche Ergebnis: 16 Senfmarken schneiden mit den Bestnoten „sehr gut“ oder „gut“ ab. Insbesondere bei der Sensorik schnitten alle geprüften Produkte mit Bestnote ab. Zudem waren alle Produkte frei von Gentechnik.

Allerdings: Die Tester nahmen die Befunde zu Glyphosat und Bisphenol F – trotz der guten allgemeinen Ergebnisse – zum Anlass für eine Abwertung. Aus unserer Sicht besteht hierzu kein Anlass. Im Einzelnen:

  • Bisphenol F wurde in allen getesteten Produkten nachgewiesen, überwiegend im Spurenbereich. Bisphenol F bildet sich während der Verarbeitung aus einem von Natur aus in Senfsaat enthaltenen Bestandteil, dem Glucosinalbin. Bisphenol F ist in Senf jedoch in so geringen Mengen enthalten, dass keine gesundheitliche Gefahr für die Verbraucher zu befürchten ist, wie auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in seiner Risikoeinschätzung bestätigt: „[…]Eine Risikoabschätzung für Vielverzehrer bei einer täglichen Verzehrsmenge von 4 g Senf zeigt, dass selbst bei den höchsten in Senf gemessenen Gehalten von ca. 6200 μg BPF pro Kilogramm Senf die Aufnahme um rund das zehnfache niedriger ist als die als tolerierbar angenommene tägliche Aufnahme von 4 Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht und Tag. Für Normalverzehrer (0,9 g tägliche Senfaufnahme) und die gemessene durchschnittliche BPF-Belastung von Senf liegt die Aufnahme mehr als das 100-fache unter der tolerierbaren täglichen Aufnahmemenge. Aus Sicht des BfR ist daher das Auftreten von unerwünschten Wirkungen auf die Gesundheit durch BPF in Senf unwahrscheinlich. […]“
  • In der Hälfte der getesteten Produkte wurden zudem „Spuren“ von Glyphosat festgestellt. Genaue Zahlen gibt Ökotest hier im Test nicht preis – wir gehen daher davon aus, dass keine über den gesetzlich festgelegten Höchstwerten liegenden Rückstandsmengen gefunden wurden. Diese marginal enthaltenen Mengen haben ebenfalls keine negativen gesundheitlichen Folgen für den Verbraucher.

Glyphosat ist ein Pflanzenschutzmittelwirkstoff, der in Europa zugelassen ist und als Unkrautvernichtungsmittel in vielen landwirtschaftlichen Anbaubereichen verwendet wird. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bewertet Glyphosat-Rückstände unter den gesetzlichen Vorgaben wie im Folgenden beschrieben als unbedenklich für den Verbraucher:

„Im Rahmen der Risikowertung wurden über 1.000 Studien allein zu den gesundheitlichen Wirkungen von Glyphosat ausgewertet. Auf Basis aller vorliegenden Erkenntnisse kommen unabhängige Wissenschaftler in Deutschland und allen EU- Mitgliedstaaten sowie in vielen anderen OECD-Staaten überein: Bei bestimmungsgemäßer und sachgerechter Anwendung des Wirkstoffs Glyphosat bestehen keine Zweifel an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit.“

Die sehr fokussierte Test-Bericht von Ökotest verleitet derzeit einige Medienvertreter dazu, in sehr reißerischer und völlig überzogener Weise die Ergebnisse als „schockierend“ oder „erschreckend“ darzustellen. Senf wird hier zu Unrecht als „belastet“ bezeichnet. Dies ist schlicht unzutreffend. Aus Sicht von Kulinaria Deutschland ist dies nicht der adäquate Weg für eine objektive journalistische Berichterstattung zur Information der Verbraucher.

Alles in allem bestätigt der Test einmal mehr die sehr gute Qualität von Senf. Geschmacklich entscheidet der Verbraucher, welchen Senf er zu Bratwurst und Co. bevorzugt.

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Yasmin Soldierer
Referentin Öffentlichkeitsarbeit
Kulinaria Deutschland e.V.
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Kulinaria Deutschland-Mitglieder blicken optimistisch nach vorn

(Bonn, 23.04.2021) Feinkostsalate, Suppenrichtlinie, Balsamico-Urteil und Fertigpackungsverordnung – diese und andere Fachthemen diskutierte der Branchenverband Kulinaria Deutschland bei seiner heutigen digitalen Mitgliederversammlung. Gemeinsam forderten die Mitglieder klarere Öffnungsstrategien der Politik und schnelleres Impftempo für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ernährungsindustrie. In den Vorstandswahlen wurde Stefan Durach als Präsident im Amt bestätigt.

Das erste Jahrestreffen des Branchenverbandes fand in diesem Jahr erneut online statt. Mit großem Interesse sprachen die Branchenvertreter aus den Fachgruppen Feinkost, Essig, Senf sowie Suppe, Backmischungen und Desserts über aktuelle Fragen des Lebensmittelrechts in Deutschland und der Europäischen Union.

Branchenappell und #impfklar
Neben den klassischen Verbandsthemen wurde zudem die aktuelle Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen für die Lebensmittelindustrie aufgegriffen. Die Mitglieder appellierten erneut an die Politik, Konzepte für eine Öffnungsstrategie und Hoffnungsperspektiven für die Ernährungsindustrie zu entwickeln, die als Zulieferer für die Gastronomie ebenfalls vom gegenwärtigen Lockdown betroffen ist. Darüber hinaus forderte der Verband ein schnelleres Tempo bei der Bereitstellung der Impfdosen für die Ernährungsindustrie und unterstützt die aktuelle Social Media-Kampagne des Bundesverbandes der Ernährungsindustrie (BVE) #impfklar*.

„Als Teil der kritischen Infrastruktur sind unsere Mitgliedsunternehmen und ihre Betriebsärzte bereit, ihren Beitrag zu leisten, sobald die erforderlichen Impfdosen zur Verfügung stehen“, kommentierte Dr. Markus Weck, Hauptgeschäftsführer von Kulinaria Deutschland die aktuelle Lage.

In einem spannenden Gastvortrag beleuchtete Frank Quiring des Kölner Markt- und Medienforschungsinstituts rheingold die Entwicklung der Verpackungstrends: angefangen von dem einfachen Aspekt des Produktschutzes, über die Veränderungen durch Markenbewusstsein bis hin zu aktuellen Anforderungen an Verpackungen in einer gesellschaftlichen Krisensituation wie der Corona-Pandemie. In Zeiten ohne verlässlichen Rhythmus, einer Verschiebung der Werteinstanzen und einer globalen Beschleunigungstendenz verstärkt Corona die Gefühle von Verzicht und Ohnmacht. Sehr anschaulich zeigte Quiring wie Verpackungen zum Krisen-Behandler werden können.

Die Mitglieder bestätigen in den turnusgemäß stattfindenden Wahlen den amtierenden Vorstand, ergänzt um neue Mitglieder:

Stefan Durach, Develey Senf und Feinkost GmbH, Unterhaching, Präsident (Wiederwahl)
Antonius Borgmeier, Heinrich Kühlmann GmbH & Co. KG, Rietberg, Vizepräsident und Fachgruppenvorsitzender Feinkost, Essig und Senf (Wiederwahl)
Bernhard Kurze, Ruf Lebensmittelwerk KG, Quakenbrück, Vizepräsident und Fachgruppenvorsitzender Suppe, Backmischungen und Desserts (Wiederwahl)
Florian Wessa, Maggi GmbH, Frankfurt a.M., Schatzmeister (Neuwahl)
Christian Doerr, Dr. Doerr Feinkost GmbH & Co. KG, Dresden (Wiederwahl)
Steffen Hengstenberg, Hengstenberg GmbH & Co. KG, Esslingen (Wiederwahl)
Johannes Kaluza, Friedrich Feldmann GmbH & Co. KG, Karlsruhe (Wiederwahl)
Alexander Kühnen, Carl Kühne KG (GmbH & Co.), Hamburg (Neuwahl)
Peter Klatt, Homann Feinkost GmbH, Dissen (Neuwahl)
Monica Rauch, Unilever Deutschland GmbH, Hamburg (Neuwahl)
Walter Siefke, Wela-Trognitz Fritz Busch GmbH & Co. KG, Kaltenkirchen (Wiederwahl)
Franz Wunderlich, Luise Händlmaier GmbH, Regensburg (Wiederwahl)

*Mehr Informationen finden Sie unter www.bveonline.de/themen/impfklar

OLG Karlsruhe: Deutscher Balsamico lehnt sich nicht in unzulässiger Weise an „Aceto Balsamico di Modena“ an

(Bonn, 26.03.2021) Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat mit Urteil vom 10. März 2021 entschieden, dass die Aufmachung des Balsamico-Essigs des baden-württembergischen Essigherstellers Balema keine unzulässige Anlehnung an das geschützte italienische Produkt „Aceto balsamico di Modena“ ist. Kulinaria Deutschland begrüßt das Urteil, das für deutsche Essighersteller wegweisend ist.

Das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe beendet mit seiner Entscheidung einen jahrelangen Rechtsstreit zwischen der Balema GmbH und dem italienischen Herstellerkonsortium. Das Konsortium hatte in der Aufmachung des Balsamico-Essigs des deutschen Herstellers eine unzulässige Anspielung  auf das geschützte italienische Produkt „Aceto Balsamico di Modena“ gesehen. Mit seinem Urteil wies das OLG Karlsruhe diese Einschätzung eindeutig zurück und gab der Balema Recht: Die Aufmachung des Produkts des deutschen Unternehmers stellt keine unzulässige Produktanlehnung an das italienische Produkt dar. Zuvor hatte schon der Europäische Gerichtshof in einer Grundsatzentscheidung klargestellt, dass sich der Schutz der geschützten geografischen Angabe (g.g.A.) „Aceto Balsamico di Modena“ nicht auf die Verwendung der einzelnen nichtgeografischen Begriffe „Aceto“ und „Balsamico“ bezieht.

Kulinaria Deutschland, die Interessenvertretung der deutschen Gärungsessighersteller, begrüßt die heutige Entscheidung des Gerichts. Mit dem Urteil gibt es endlich eine klare rechtliche Grundlage für die Produktion und die Aufmachung von qualitativ hochwertigem Balsamessig durch deutsche Hersteller.

Hintergrund:
Dieser Entscheidung vorangegangen war ein langer Prozess der beiden Parteien bis zum Europäischen Gerichtshof (EuGH). Mit seinen Beschluss „Deutscher Balsamico“ vom 12. April 2018 (Az. I ZR 253/16) hatte der Bundesgerichtshof (BGH) dem EuGH zur Vorabentscheidung die Frage vorgelegt, ob sich der Schutz der geschützten geografischen Angabe (g.g.A.) „Aceto Balsamico di Modena“ auch auf die Verwendung der einzelnen nichtgeografischen Begriffe der zusammengesetzten Bezeichnung bezieht. Mit seinem Urteil vom 4. Dezember 2019 hat der EuGH klargestellt, dass der Begriff „Aceto Balsamico“ als Teil der g.g.A. „Aceto Balsamico di Modena“ lediglich eine Gattungsbezeichnung ist: Die Begriffe „aceto“ und „balsamico“ sowie ihre Verwendung in Kombination und in der Übersetzung kommen nicht
in den Genuss des Bezeichnungsschutzes, insbesondere weil der Begriff „aceto“ ein gängiger Begriff und der Begriff „balsamico“ ein Adjektiv ist, das üblicherweise zur Bezeichnung eines Essigs mit einem süßsauren Geschmack verwendet wird. Die Bezeichnung „Aceto Balsamico“, „Balsamico“ oder auch „Balsamessig“ steht damit grundsätzlich auch Erzeugnissen frei, die nicht aus der Region Modena stammen.

Nach dieser Entscheidung zur Gattungsbezeichnung im Jahr 2019 verwies der BGH im Mai 2020 das Verfahren zurück an das OLG Karlsruhe um die noch verbleibende  Frage zu klären, ob die Aufmachung des in Streit stehenden Essigs – losgelöst von der Bezeichnung als „Balsamico“ – sich in unzulässiger Weise an die g.g.A. anlehnt. Diese Frage entschied das OLG nun zugunsten des deutschen Essigherstellers Balema.

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RAin Laura Winter-Gierlich
Geschäftsführerin Kulinaria Deutschland e.V.
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Lebensmittelindustrie leidet unter anhaltendem Gastronomie-Lockdown

Verbände richten gemeinsamen Appell an Bundesministerin Julia Klöckner und fordern Unterstützung der Regierung

Berlin, 16.02.2021. Seit Beginn der Corona-Krise sind die Lebensmittellieferanten und Großhändler der Gastronomie stark von den Schließungen nahezu aller Segmente des Außer-Haus-Marktes betroffen. Dies bringt mittlerweile viele Unternehmen an den Rand ihrer Existenz. Kulinaria Deutschland hat daher gemeinsam mit Tiefkühlinstitut, Fischverband, MIV, VDF und BOGK an Bundesministerin Klöckner appelliert, einen „Corona-Wirtschaftsgipfel der Ernährungswirtschaft“ einzuberufen, um sich ein Bild über die aktuelle Lage in den Branchen zu machen, über konkrete Öffnungsperspektiven für die Gastronomie und passgenaue Unterstützungsmöglichkeiten zu sprechen.

Seit Monaten erleiden diese Unternehmen massive Umsatzverluste. Die Produktion musste bereits deutlich reduziert werden. Viele Mitarbeiter befinden sich – mit kurzer Unterbrechung – seit März 2020 in Kurzarbeit. Erste Entlassungen lassen sich nicht mehr vermeiden, Insolvenzen drohen. Gerade mittelständische Unternehmen, die das Rückgrat für unsere Lebensmittelvielfalt bieten, sind davon stark betroffen. Sie beklagen, dass ihre Lage von der Politik nicht wahrgenommen wird und die von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten Hilfen nicht greifen. Die Not wird von Tag zu Tag größer.

Viele der betroffenen Unternehmen produzieren überwiegend für die Gastronomie: Ihre Produkte, die Gebindegrößen und Produktionsanlagen sind auf die Bedürfnisse gastronomischer Kunden in Betriebskantinen, in der Schul- und Kita-Verpflegung, in der Schnellgastronomie und der Verkehrsverpflegung ausgerichtet. Eine kurzfristige Entwicklung neuer Produkte oder die Bedienung anderer Absatzkanäle ist nicht ohne weiteres möglich. Täglich erreichen die Verbände mehr Hilferufe!

Die beteiligten Verbände appellieren daher in größter Sorge an die Politik, sich konstruktiv mit konkreten Öffnungsperspektiven für die Gastronomie zu befassen. Die unter Ziffer 6 der Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz vom 10. Februar 2021 aufgeführte Entwicklung einer sicheren und gerechten Öffnungsstrategie begrüßen die Verbände sehr. Es wird dringend gebeten, weitere Schritte auszuformulieren. Eine weiter andauernde Schließung der Gastronomie würde die Arbeitsplätze und den Bestand der Unternehmen massiv gefährden, mit schwerwiegenden Konsequenzen für die gesamte Lieferkette gerade auch für den ländlichen Raum und die Landwirtschaft.

Die Verbände unterstützen insbesondere auch das Leitlinienpapier des DEHOGA vom 5. Februar 2021 und unterstreichen die Dringlichkeit des Anliegens für den gesamten Gastronomie-Zulieferbereich.

Der direkte Dialog mit der Politik könnte der erste Schritt hin zu einem von Allen mitgetragenen Konzept für eine Öffnungsstrategie sein und eine wirtschaftliche Überlebensperspektive aufzeigen. Die betroffenen Branchen der Ernährungsindustrie sind systemrelevanter Bestandteil der Wertschöpfung in der Gastronomie und werden von der Politik bisher unzureichend in der Diskussion und Förderung berücksichtigt – sie benötigen dringend Hoffnungsperspektiven für die Zukunft.

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Yasmin Soldierer
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Stellungnahme zu „Döner in der Schwangerschaft: Warum das fürs Baby gefährlich sein kann“ (Frankfurter Rundschau vom 09.09.2020) // „Woher die Salmonellen kommen“ (SPIEGEL Online vom 25.02.2020)

In einem aktuellen Bericht der Frankfurter Rundschau zum Verzehr von Dönern in der Schwangerschaft sowie einem Artikel des Nachrichtenmagazins SPIEGEL aus dem Februar zu Bakterien auf Lebensmitteln wird Mayonnaise als bevorzugte Quelle der Salmonellenerreger genannt. Zu diesen Veröffentlichungen nimmt Kulinaria Deutschland wie folgt Stellung:

Die allgemeine Aussage, Salmonellen säßen bevorzugt auf Mayonnaise, ist schlicht unzutreffend. Salmonellenerreger können auf Eierschalen sitzen, die in wenigen Haushalten und Gastronomien zur Produktion „hausgemachter“ Mayonnaise verwendet werden. Handelsübliche Mayonnaise, die der Verbraucher und Gastronomen üblicherweise als Fertigprodukt einkauft, enthält ausschließlich pasteurisiertes Ei und ist entsprechend frei von Salmonellen.

Zur Veröffentlichung der FR: Döner werden üblicherweise mit einer Joghurt- oder Knoblauchsoße serviert, die überhaupt keine Mayonnaise enthalten. Selbst wenn Mayonnaise für Dönersaucen verwendet wird, handelt es sich dabei zumeist um industriell hergestellte Produkte.

Zum SPIEGEL-Artikel: Die pauschale Aussage, dass „fiese Bakterien in Kartoffelsalaten lauern“, bedarf einer Anpassung. Abgesehen von der Tatsache, dass Kartoffelsalate nicht immer mit Mayonnaise sondern auch mit Essig und Öl hergestellt werden können, werden die wenigsten Kartoffelsalate mit hausgemachter Mayonnaise angerührt – bei Fertigprodukten ist dies definitiv nicht der Fall. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich in einem Kartoffelsalat Salmonellen ansiedeln, ist so sehr gering. Dass eine schlechte Lagerung, fehlende Kühlung oder die Missachtung des MHD bzw. Verbrauchsdatums zu einer vermehrten Ansiedlung von Bakterien führen kann, ist allgemein bekannt. Dies steht nicht im Zusammenhang mit den verwendeten Produkten.

ZUR HERSTELLUNG VON MAYONNAISE

Industriell hergestellte Mayonnaise und mayonnaiseähnliche Produkte wie Salatmayonnaise, Remoulade etc. enthalten mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit pasteurisiertes Eigelb oder pasteurisierte Eier, bei denen durch den Erhitzungsprozess krankheitserregende Keime wie Salmonellen und Listerien abgetötet werden.

Für alle Produkte, die Eigelb enthalten, gelten nachstehende drei Hürden, die ausschließen, dass diese Produkte krankheitserregende Keime wie Salmonellen und Listerien enthalten:

1) Ausschließlicher Einsatz von pasteurisiertem Eigelb

2) Das pasteurisierte Eigelb wird vor jeder Anlieferung von dem Lieferanten auf Salmonellen untersucht. Dies wird durch ein Zertifikat bestätigt.

3) Der pH Wert der Produkte liegt durch zugesetzten Branntweinessig bei etwa 4. Damit ist gewährleistet, dass sich pathogene Keime wie Salmonellen und Listerien nicht vermehren können.

Durch die oben beschriebenen Maßnahmen sind industriell hergestellte Mayonnaise und mayonnaiseähnliche Produkte hinsichtlich ihrer mikrobiologischen Qualität einwandfrei.

Wetterumschwung bringt Fresh-cut Produzenten in Bedrängnis

(Bonn, 02.09.2020) Fresh-cut Produzenten erwarten Qualitätsverluste und Mengeneinbußen bei Feldsalat aufgrund schwieriger Wetterbedingungen in den Hauptanbaugebieten.

Feldsalat, Kopfsalat, Rucola: Nach Trockenheit und hochsommerlichen Temperaturen Anfang und Mitte August stellt der extreme Wetterumschwung der letzten Woche die Fresh-cut Anbieter vor große Herausforderungen. Starker Regen und niedrige Temperaturen haben zu deutlichen Qualitätseinbußen und verringertem Wachstum besonders beim empfindlichen Feldsalat geführt. In den Hauptanbaugebieten in Deutschland und Frankreich haben zudem schwere Unwetter Teile der Ernte komplett vernichtet. Da alle bereits ausgepflanzten Rohwaren von diesen Wetterbedingungen betroffen waren, rechnen die Produzenten für die kommenden Wochen mit einem deutlich geringeren Angebot und Qualitätseinbußen. Von diesen Problemen ist aktuell ganz besonders Feldsalat betroffen, aber auch verschiedene Kopfsalate und Rucola. Trotz größter Anstrengungen der Anbieter wird sich das Angebot in den kommenden Wochen weiter verknappen, weshalb die Verarbeiter mit einer Erhöhung der Rohwarenpreise rechnen.

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RA Dr. Markus Weck
Hauptgeschäftsführer Kulinaria Deutschland e.V.
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Stellungnahme zur Bezeichnung Zigeunersauce

Die Entscheidung mehrerer Saucenhersteller, ihr Produkt Zigeunersauce umzubenennen, hat in den vergangenen Tagen zu teils kontroversen Diskussionen in den sozialen Medien geführt. Der Verband Kulinaria Deutschland, der unter anderem die Interessen der Hersteller von Feinkostsaucen vertritt, nimmt hierzu wie folgt Stellung:

  • Die Diskussion um den Begriff der Zigeunersauce ist nicht neu; zuletzt wurde sie intensiv vor rund acht Jahren geführt. Sie wurde nicht von Sprachwissenschaftlern oder Marketingabteilungen angestoßen, sondern von Angehörigen der Sinti und Roma selbst, die den Begriff „Zigeuner“ als diskriminierend empfinden.
  • Aus damaliger Sicht war der Vorwurf, der Begriff „Zigeunersauce“ sei rassistisch, für die Hersteller zunächst einmal überraschend, da der Begriff von ihnen selbstverständlich nie in einem negativen Kontext gesehen wurde. Die damalige Diskussion führte zwar nicht unmittelbar zu Änderungen, wohl aber zu der Bereitschaft, die gesellschaftliche Debatte zur veränderten Wahrnehmung traditioneller Begriffe aufmerksam zu verfolgen und sorgfältig zu prüfen, inwieweit die Produktbezeichnung in diesem Kontext diskriminierend erscheint.
  • Der Zentralrat der Sinti und Roma hat in einer Stellungnahme zum Begriff „Zigeuner“ festgehalten, dass die Bezeichnung von den meisten Angehörigen der Minderheit als diskriminierend abgelehnt wird, auch wenn der Begriff aus Sicht des Zentralrats kontextabhängig zu bewerten ist. Vor diesem Hintergrund haben sich Hersteller die Frage gestellt, ob an dem Begriff festgehalten werden muss, weil es sich um eine traditionelle Bezeichnung handelt, die Verbraucher kennen und auf Anhieb verstehen.
  • Diese Frage haben einige Hersteller nun entschieden; andere prüfen die Frage derzeit noch. Dabei sind durchaus unterschiedliche Ergebnisse denkbar, auch was die Namensfindung für die Sauce betrifft, denn eine übliche Bezeichnung kann nicht über Nacht durch eine andere übliche Bezeichnung ersetzt werden. Übliche oder allgemein verständliche Bezeichnungen müssen sich erst entwickeln, und das braucht Zeit. Es bedarf dann einer beschreibenden Bezeichnung, bei der jeder Hersteller je nach Rezeptur eigene Akzente setzen kann.

Was sich an der Soße aber jedenfalls nicht ändern wird, ist ihr typischer pikanter Geschmack.

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rheingold Studie: Mit Erfolgsgarantie zur neuen Freiheit

(Bonn, 29. Juli 2020) Ein-Topf für alle! Das Kölner Markt- und Medienforschungsinstitut rheingold führte im Auftrag von Kulinaria Deutschland eine qualitative, psychologische Studie durch. Ziel war es, die Nutzung der verschiedenen kulinarischen Lebensmittel – u.a. Suppen, Eintöpfe, Saucen, Backmischungen, Desserts, Feinkost, Salate, Essig, Senf – tiefgreifend zu untersuchen und die Auswirkungen der Corona-Krise auf Ernährung, Kochen und Essen (Trends, neue Anforderungen, Wünsche, Bedürfnisse etc.) zu analysieren. Das klare Ergebnis: Convenience-Produkte haben durch ihre überzeugenden Eigenschaften deutlich an Relevanz gewonnen.

Aus der Corona-Zeit resultieren viele verschiedene Veränderungen im Ernährungs-, Koch-, Ess- und Einkaufsverhalten, die sich zum Teil auch langfristig halten werden. Während im ersten Lockdown insbesondere die Vorratshaltung von hoher Bedeutung war, befinden wir uns nun in einer ‚Zwischenwelt‘, die noch eine ganze Weile andauern wird und in der sich neue Routinen etablieren und festigen. Die gestiegene Verbreitung und Akzeptanz von Home-Office wird erhalten bleiben und die kulinarische Versorgung Zuhause weiterhin von hoher Relevanz sein. Die Grunderfahrung einer ‚stärkeren Erdung der Ansprüche‘ und Offenheit für Vereinfachung (z.B. mit kulinarischen Produkten) wirkt auch über den Lockdown hinaus.

Für die Veränderung von Ernährung, Kochen und Essen in Zeiten von Corona lassen sich sechs zentrale Treiber differenzieren.

1. Versorgung sichern

Aus der Erfahrung einer begrenzten Verfügbarkeit von Produkten sowie aufgrund des eingeschränkten Einkaufserlebnisses (u.a. Maskenpflicht), werden verstärkt Vorratshaltung und Plankäufe getätigt.

2. Alltag strukturieren

Home-Office (und Home-Schooling) gehen mit der Herausforderung einer eigenen Tagesstrukturierung einher. Mahlzeiten und Snacks werden als Marker für die Zwischenetappen im Tagesverlauf genutzt, wodurch die Anzahl der Verzehranlässe gestiegen ist.

3. Gemeinschaft pflegen

Das gemeinsame Essen wird zur zentralen Begegnungsstätte, bei der auch Sorgen und Nöte ‚auf den Tisch‘ kommen. Die Reaktivierung des Familientischswird als sehr positiv erlebt, da hier der Kontakt zu Partner*in und (älteren) Kindern intensiviert wird. Statt Ernährungsidealen ist es nun wichtiger geworden, das ‚Wir-Gefühl‘ zu stärken: ‚Wir schaffen das!‘

4. Tristesse kompensieren

Die vielfältigen, anhaltenden Begrenzungen werden als ermüdend bis deprimierend erlebt. Essen bietet eine (gewisse) Kompensation und wird gezielt zur Stimmungsmodulation eingesetzt: Abwechslung, Inspiration, Spannung, Schärfe, Überraschung u.v.m.

5. Aktiv bleiben

Angesichts der eigenen Stilllegung und Begrenzung vermitteln Kochen und Backen Erlebnisse von Kreativität, Entwicklung und Selbstwirksamkeit, die stolz serviert und präsentiert werden können. Zum Teil entsteht jedoch auch Frustration: hoher Aufwand, fehlende Kompetenzen, enttäuschende Ergebnisse.

6. Perfektionsansprüche lockern

Die Corona-Zeit hat den ‚Blick für das Wesentliche‘ geschärft und darüber auch eine Erdung für das Thema ‚Ernährung‘ bewirkt, das zuvor mit einem hohen Performance-Anspruch besetzt war. Statt hoher Ernährungsideale steht nun ein ‚gesundes Maß‘ im Fokus (#mehrRealitätbeimEssen).

Vor diesem Hintergrund hat sich die Offenheit für kulinarische Lebensmittel insgesamt spürbar verbessert:

  • Gelockerte Perfektionsansprüche und ein neuer Pragmatismus erhöhen die Akzeptanz von Convenience-Produkten.
  • Gesundheit, Sicherheit und Hygiene rücken neu in den Blick und rechtfertigen verpackte und vorgekochte Lebensmittel.
  • Alltagsnöte und der Wunsch der Gemeinschaftsbildung legitimieren Vereinfachung und einen konsensfähigen Geschmack.
  • Neue Ambitionen zum Selber-Machen erfordern Hilfsprodukte, die inspirieren und zugleich Aufwand reduzieren und das Gelingen absichern.
  • Verzicht auf breiter Front schafft Bedürfnis nach Trost und unaufwändigen Genuss-Erlebnissen.

Key Facts zur Studie:

  • 20 tiefenpsychologische rheingold Interviews; 2-stündig; in Köln, Leipzig, München und Hamburg; Quote: 12 Frauen und 8 Männer, 25-65 Jahre

Kulinaria Deutschland e.V. vertritt rund 130 mittelständische Unternehmen der Lebensmittelindustrie. Damit zählt Kulinaria Deutschland zu den großen Interessenvertretungen der Branche und bündelt Erfahrung, Tradition und Kompetenz unter einem Dach.

Das rheingold institut gilt als eines der führenden Institute der qualitativen und quantitativen Markt-forschung und spürt mit tiefenpsychologischen Methoden gesellschaftliche Trends auf. Rund 45 feste und 55 freie Mitarbeiter erforschen Märkte, Medien und Kultur. Die rheingold-Expertise in Bezug auf die psychologischen Spielregeln von Märkten und die Erfolgsfaktoren von Marken ist daher eine unverzichtbare Basis für die Entwicklung einer zukunftsfähigen Digitalstrategie. Mit Dependancen in San Francisco und Shanghai baut das Institut seine Internationalität stetig aus.


Pressekontakte

Kulinaria Deutschland e.V. 
Maximiliane Overhage
Referentin Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0228 212017
overhage@verbaendebuero.de

rheingold Institut
Ismene Poulakos
Head of Corporate Communication
Tel.: 0221 9127 77 44
poulakos@rheingold-online.de
http://www.rheingold-marktforschung.de

Studienleiter

Nanda Dukat 
dukat@rheingold-online.de

Sebastian Buggert
buggert@rheingold-online.de                                                                       

                                                                                                

                                                                       

Entzündungshemmend, antiviral und antibakteriell: Allround-Talent Meerrettich ist Heilpflanze des Jahres 2021

(Bonn, 25. Juni 2020) Wissenschaftliche Studien bestätigen: Meerrettich hat als „Penicillin des Gartens“ Superkräfte. Der Verband der Hersteller kulinarischer Lebensmittel freut sich über die Ehrung der einzigartigen Wurzel, verfeinert sie doch als kulinarisches Produkt eine Vielzahl an Gerichten und gibt mit ihrer Schärfe den besonderen Pepp.

Eine Experten- Jury des NHV Theophrastus hat den Meerrettich (Armoracia rusticana) zur Heilpflanze des Jahres 2021 gekürt. „Meerrettich hat als Heilpflanze ein großes und leider bisher zu wenig ausgeschöpftes Potenzial“, sagt Konrad Jungnickel, erster Vorsitzender des Vereins. Wissenschaftliche Studien beweisen für die im Meerrettich enthaltenen Inhaltsstoffe entzündungshemmende Eigenschaften, beachtliche antivirale Effekte und starke antibakterielle Wirkungen.

Die scharfe Wurzel, die in Süddeutschland und Österreich auch Kren genannt wird, ist in vielen Küchen zu Hause. Sie verfeinert Fleisch- und Fischgerichte, Gemüse und Soßen. Jungnickel empfiehlt: „Meerrettich sollte – zumindest in der kalten Jahreszeit – Bestandteil des täglichen Speiseplans sein.“

Mehr zu Meerrettich, den Qualitätsanforderungen und der Geschichte der schmackhaften Wurzel erfahren Sie hier.

Stellungnahme zur Entscheidung des BGH in Sachen Aceto Balsamico

(Bonn, 10.06.2020) Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 28. Mai 2020 in dem seit Jahren andauernden Rechtsstreit um die Bezeichnung „Aceto Balsamico“ keine abschließende Entscheidung gefällt, sondern die Sache zurück an das Oberlandesgericht Karlsruhe (OLG) verwiesen (I ZR 253/16).

Die deutschen Essighersteller bedauern die damit verbundene zeitliche Verzögerung auf dem Weg zu einem rechtskräftigen Urteil, sehen aber der Entscheidung des OLG zuversichtlich entgegen.

Zum Hintergrund: Ein deutscher Essighersteller hatte gegen das Consorzio Tutela Aceto Balsamico di Modena, das italienische Herstellerkonsortium zum Schutz von Aceto Balsamico di Modena geklagt, weil dieses ihm die Verwendung der Bezeichnungen „Deutscher Balsamico“ und „1868 Balsamico“ untersagen wollte. Aus Sicht des Consorzio handelt es sich bei den Bezeichnungen um eine unzulässige Anspielung auf die als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) eingetragene Bezeichnung „Aceto Balsamico di Modena“. Während das Landgericht Mannheim (LG) die Ansicht des Consorzio in erster Instanz bestätigte, hob das OLG diese Entscheidung in zweiter Instanz auf. Der sodann mit der Revision angerufene BGH legte dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) die Frage zur Vorabentscheidung vor.

Der EuGH stellte im Dezember 2019 in einem viel beachteten Urteil fest, dass sich der Schutz der Bezeichnung „Aceto Balsamico di Modena“ nicht auf die Verwendung der Begriffe „aceto“, „balsamico“ sowie auf die Kombination „Aceto balsamico“ erstreckt, insbesondere weil der Begriff „aceto“ ein allgemein üblicher Begriff ist und es sich bei „balsamico“ um ein Adjektiv handelt, das üblicherweise zur Bezeichnung eines durch einen süßsauren Geschmack gekennzeichneten Essigs verwendet wird.

Das Verfahren ging anschließend zurück an den BGH, der es nun an das OLG zurückverwiesen hat. Das OLG wird seine Entscheidung nun unter Einbezug der Einschätzung durch den EuGH und nach Maßgabe der noch nicht veröffentlichten Begründung des BGH überarbeiten.

In einer Pressemitteilung teilt das Consorzio hierzu mit, die Zurückverweisung sei eine Entscheidung des BGH zu seinen Gunsten und stelle einen „historischen Schritt“ dar. Der Direktor des Consorzio wird mit der Aussage zitiert, das erstinstanzliche Urteil des LG werde nun „wiederbelebt“; dies sei ein „gerechter Sieg“ für die Hersteller und den europäischen Verbraucher.

Diese durch das Consorzio vorgenommenen Bewertung bedarf der Richtigstellung:

Das Verfahren wurde an das OLG zurückverwiesen; entgegen der Ansicht des Consorzio wird das Urteil des LG damit jedoch keinesfalls „wiederbelebt“ – es handelt sich weiterhin um ein nicht rechtskräftiges Urteil, das als solches keine endgültigen Rechtsfolgen entfalten kann.

Nachdem das OLG sowie der EuGH ihre dem erstinstanzlichen Urteil widersprechende Einschätzung klar zum Ausdruck gebracht haben, liegt es nahe, dass diese Einschätzung auch im neuerlichen Urteil des OLG bestätigt wird. Dies gilt umso mehr, als das OLG seine Entscheidung im Lichte der Vorgaben des EuGH treffen muss.

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Rechtsanwältin Laura Winter-Gierlich
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