BVL zu Feinkostsalaten in Krankenhäusern und Pflegeheimen: pauschale Verunsicherung

(Bonn, 11.12.2018) Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) weist in einer aktuellen Pressemitteilung vom 06.12.2018 darauf hin, dass viele Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime ihre Patienten und Heimbewohner beim Essen unnötigen gesundheitlichen Risiken aussetzen: „Oft stehen risikobehaftete Lebensmittel wie Feinkostsalate […] auf dem Speiseplan.“ Diese gehörten zu den Lebensmitteln, die mit Keimen belastet sein und somit bei empfindlichen Personengruppen schwere Infektionskrankheiten auslösen könnten.

Quelle dieser Einschätzung ist offenbar ein Merkblatt des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), in welchem aber gar nicht davon abgeraten wird, Feinkostsalate an empfindliche Personengruppen abzugeben. Das BfR weist lediglich – zutreffend – darauf hin, dass in Pflegeheimen und ähnlichen Einrichtungen die Weiterverwendung überschüssig produzierter Speisen nur in Betracht komme, „wenn die Speisen während der Zwischenlagerung nicht nachteilig beeinflusst und die Temperaturanforderungen an das Kühlen, Garen und Heißhalten nachweislich eingehalten wurden. Am Ende des Produktionstags sind Feinkostsalate und Cremespeisen, einschließlich Kuchen mit nicht durchgebackenen Cremefüllungen und sahnehaltige Konditoreiprodukte auf jeden Fall zu entsorgen.“

„Produktionstag“ ist hier das Stichwort: Das BfR bezieht sich ausdrücklich auf in der Einrichtung selbst hergestellte Feinkostsalate. Leider macht sich das BVL nicht die Mühe, diese Information in seiner Pressemitteilung mitzuliefern. Stattdessen werden Feinkostsalate pauschal als potenziell keimbelastet dargestellt, ohne zu differenzieren: Geht es um tagesaktuell servierte Lebensmittel oder um überschüssig produziertes Essen, das unsachgemäß aufbewahrt und dann wieder aufgetischt wird? Handelt es sich um Produkte, die in der Einrichtung zubereitet werden oder um Fertiggerichte? So dürfen industriell gefertigte Feinkostsalate, die in der Regel kühlpflichtig und auch nach dem Öffnen noch mehrere Tage haltbar sind, überhaupt nur dann in den Verkehr gebracht werden, wenn sie den Anforderungen der Lebensmittelsicherheit entsprechen. Da es sich im Allgemeinen nicht um mikrobiologisch besonders empfindliche Produkte handelt, sind sie in der Regel mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum und nicht mit einem Verbrauchsdatum versehen. Bei sachgemäßer Aufbewahrung und Verwendung handelt es sich schon von vornherein nicht um „risikobehaftete Lebensmittel“.

Diese Differenzierungen darf das BVL nicht einfach unter den Tisch fallen lassen, denn hierin liegt die eigentlich wichtige Aussage für Verbraucher: Nicht das Essen ist das Problem, sondern allenfalls der Umgang damit.

Würde die Warnung des BVL konsequent umgesetzt, müssten Feinkostsalate – gleich ob selbst hergestellt oder industriell vorgefertigt – von vielen Speiseplänen in Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung verschwinden. Dies ist bei industriell hergestellten Produkten zum Schutz empfindlicher Personengruppen nicht erforderlich. Auch selbst hergestellte Feinkostsalate sind bei Beachtung der oben zitierten Vorsichtsmaßnahmen kein Grund zur Besorgnis.

Pressekontakt:

Dr. Markus Weck, Geschäftsführer, Kulinaria Deutschland e.V., Reuterstraße 151, 53113 Bonn
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Meerrettich: erhebliche Verknappung der Rohware durch Minderernte

(Bonn, 14. November 2018) Die Meerrettichernte hat begonnen und bereits jetzt sind die Folgen der Sommerhitze absehbar – Krenbauern und Weiterverarbeiter berichten von starken Einbußen.

Die Meerrettichernte fällt in diesem Jahr deutlich geringer aus als in den Vorjahren. Grund dafür ist der heiße und vor allem trockene Sommer. Die Meerrettichstangen sind kleiner und leichter als sonst.

Auf die Ernteerträge wirkt es sich neben den extremen Witterungsbedingungen zusätzlich negativ aus, dass in diesem Jahr weniger Meerrettich angebaut wurde – teils, weil die Anbauflächen wegen der umfangreichen Ernte im Vorjahr reduziert worden waren, teils, weil andere Kulturen wie z.B. Mais den Landwirten als lukrativere Einnahmequelle erschienen.

Im europäischen Hauptanbaugebiet in Ostungarn wird eine Minderernte von etwa 45 % erwartet. Weiterverarbeiter sind bereits heute mit Preissteigerungen bei der Rohware von bis zu 100 % konfrontiert.

Kontakt:

Kulinaria Deutschland e. V.
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Folgen der Hitzewelle: Lieferprobleme in der Salat- und Gemüseproduktion dauern an

(Bonn, 4. September 2018) Auch wenn der Spätsommer zu „Normalmaß“ zurückgefunden hat, wirkt sich die lange Dürrezeit insbesondere in den deutschen, französischen, italienischen und polnischen Produktionsgebieten aus. Hersteller im Fresh-Cut-Bereich berichten bei Salat von hitzebedingten Ernteausfällen von bis zu 70 Prozent. Das Fresh-Cut-Segment wird voraussichtlich bis zum Frühjahr 2019 von den Folgen der Hitzewelle betroffen sein.

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Hitzewelle in Europa: Lieferengpass im Fresh-Cut Segment

(Bonn, 9. August 2018) Die Hersteller von abgepackten Salaten und Salatmischungen (Fresh-Cut Segment) kämpfen aktuell mit erheblichen Beschaffungsproblemen. Die andauernde Hitzewelle in Italien, Spanien, Frankreich und Deutschland führt zu Lieferschwierigkeiten in der Salat- und Gemüseproduktion. Bei fast allen Rohwaren sind aktuell nur etwa zwei Drittel der üblichen Mengen verfügbar. Mit einer Entspannung dieser kritischen Beschaffungssituation rechnen die Hersteller gegen Mitte September. Die Salathersteller setzen alles daran, in Zusammenarbeit mit allen europäischen Lieferanten ihre beliebten Produkte in gewohnt hoher Qualität bereitstellen zu können.

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Warum Sie auch bei Hitze nicht auf fertige Blattsalate verzichten müssen

(Bonn, 11. Juli 2018) Steigen die Temperaturen, stellen sich Verbraucher oft die Frage, ob der Verzehr fertiger Blattsalate genauso sicher ist, wie in der kälteren Jahreszeit. Medienberichte sorgen hier zusätzlich für Verunsicherung, wenn vor vermeintlichen „Keimschleudern“ gewarnt und auf die Risiken mikrobieller Kontamination hingewiesen wird.

Richtig ist: Salat verlangt unabhängig von den Außentemperaturen nach einem sachgerechten Umgang – wie jedes Lebensmittel. Weiterlesen

Berichterstattung zu Bisphenol A in Konserven

In einem tendenziösen Fernsehbeitrag vom 21. Februar 2018 hat das ARD-Magazin plusminus über das Vorhandensein von Bisphenol A (BPA) in Lebensmitteln berichtet und dabei einen starken Fokus auf die Innenbeschichtung von Konservendosen gelegt. Der Beitrag hat bei Verbrauchern für Verunsicherung gesorgt und zu Nachfragen bei Mitgliedsunternehmen geführt.

Aus unserer Sicht werden in dem Beitrag wesentliche Fakten unterschlagen oder in einem unzutreffenden Zusammenhang dargestellt: Weiterlesen

Vorsicht, Sommerloch: FOCUS fällt auf Warnung vor „gefährlichem Hormongift“ im Essen herein

(Bonn, 24. August 2017) Das Nachrichtenmagazin FOCUS berichtet online über eine Untersuchung von Konserven, die der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) durchgeführt hat. Hierbei wurden 26 Stichproben von Konserven verschiedener Handelsunternehmen genommen. 14 der Proben seien mit Bisphenol A (BPA) belastet gewesen. Dem BUND zufolge könne BPA „laut diverser Studienergebnisse bereits in geringen Mengen das Hormonsystem stören“ und zu schweren Krankheiten führen. Weiterlesen