EuGH stellt klar: „Balsamico“ darf auch aus Deutschland kommen!

(Bonn, 04.12.2019) Der Europäische Gerichtshof hat in einem heute verkündeten Urteil klargestellt, dass der Begriff „Aceto Balsamico“ als Teil der geschützten geografischen Angabe „Aceto Balsamico di Modena“ lediglich eine Gattungsbezeichnung ist. Die Bezeichnung „Aceto Balsamico“ oder nur „Balsamico“ steht damit auch Erzeugnissen frei, die nicht aus der Region Modena stammen.

Der Entscheidung vorausgegangen war ein langjähriger Rechtsstreit um das Erzeugnis „Deutscher Balsamico“, den die Balema GmbH gegen das Consorzio di Tutela dell’IGP Aceto Balsamico di Modena, das italienische Konsortium zum Schutz des Aceto Balsamico di Modena, geführt hat. Dieses wollte dem deutschen Hersteller untersagen, sein Produkt unter der Bezeichnung „Deutscher Balsamico“ zu vermarkten. Selbst die Bezeichnung „Balsamessig“ wäre aus Sicht des Consorzio als Anlehnung an „Balsamico“ unzulässig gewesen.

Kulinaria Deutschland, die Interessenvertretung der deutschen Gärungsessighersteller, begrüßt die Entscheidung des EuGH: „Das heutige Urteil bringt den deutschen Herstellern endlich die gewünschte Rechtssicherheit“, so Stefan Durach, der Präsident des Verbandes. „Der Begriff Balsamico war schon lange vor Erlass der Schutzverordnung im Jahr 2009 in den allgemeinen Sprachgebrauch einiger anderer Mitgliedstaaten eingegangen und ist damit eine Gattungsbezeichnung.“ Genau aus diesem Grund stellte die Verordnung zum Schutz von Aceto Balsamico di Modena in den Erwägungsgründen klar, dass nur die zusammengesetzte Bezeichnung „Aceto Balsamico di Modena“ Schutz genießen soll, nicht aber Teile davon, wie „aceto“, „balsamico“ und „aceto balsamico“ sowie die jeweiligen Übersetzungen. „Aus Sicht der deutschen Produzenten war dies von vornherein recht eindeutig, aber das italienische Consorzio wollte die Verordnung offensichtlich gerne anders verstanden wissen“, so Durach. Mit der Entscheidung ist der Weg für „Deutschen Balsamico“ oder „Balsamessig“ nun endgültig frei.

Verbraucher müssen sich übrigens keine Sorgen wegen einer möglichen Verwechslungsgefahr machen. Stefan Durach stellt klar: „Die deutschen Hersteller von Balsamessig sind stolz auf ihre qualitativ mindestens ebenbürtigen Produkte und werden im Rahmen der Aufmachung dafür Sorge tragen, dass diese nicht mit italienischen Erzeugnissen verwechselt werden.“

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Lieferkrise bei Feldsalat erwartet

(Bonn, 02.12.2019) Fresh Cut-Produzenten erwarten Qualitätsverluste und Mengeneinbußen aufgrund schwieriger Wetterbedingungen in Frankreich

Feldsalat, Kopfsalat, Batavia und Eichblatt: Nach schweren Unwettern im Val de Loire in Frankreich erwarten die Fresh Cut-Anbieter insbesondere bei Feldsalat zum Ende des Jahres Lieferengpässe. Die Produzenten rechnen für den Dezember mit einer Minderernte von etwa 20 Prozent, für die Monate Januar und Februar wird sogar bis zu 40 Prozent weniger Ertrag erwartet.

In einer der bedeutendsten Anbauregionen für Feldsalat in der Nähe der Stadt Nantes in Frankreich kam es in den letzten Wochen zu mehreren heftigen Unwettern, die die geplante Aussaat für die Ernte im Januar verhindert haben. Da auch bereits angebaute Rohware von den Wetterbedingungen betroffen ist, erwarten die Fresh Cut-Produzenten neben verringerten Mengen auch Qualitätseinbußen. Von diesen Problemen können neben Feldsalat auch Kopfsalat, Batavia und Eichblatt betroffen sein. Trotz größter Anstrengungen der Anbieter wird sich das Angebot besonders zu Beginn des kommenden Jahres verknappen, weshalb auch mit einer deutlichen Erhöhung der Rohwarenpreise gerechnet wird.

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Meerrettich: weiterhin erhebliche Verknappung der Rohware / Preise weiterhin auf Allzeithoch

(Bonn, 04.11.2019) Die Meerrettich-Ernte hat begonnen, Anbauer und Verarbeiter berichten von einem anhaltenden, extrem hohen Preisniveau.

Zu Beginn der neuen Ernte im Oktober 2019 ist bei den Preisen für die Meerrettich-Rohware weiterhin keine Entspannung in Sicht.

Wie bereits im vergangenen Jahr mitgeteilt, stiegen die Preise für die Meerrettich-Rohware im europäischen Hauptanbaugebiet Ostungarn zur Ernte im Oktober 2018 aufgrund der extremen Sommerhitze bereits um 100 %; die Minderernte betrug ca. 45 %. Durch diese Verknappung weisen die Rohwarenläger der weiterverarbeitenden Industrie keine Reserven mehr auf.

Im Frühjahr 2019 wurde etwa 10 % mehr angebaut, aufgrund der Ernteausfälle in 2018 fehlte es jedoch an Setzlingen, um ausreichend mehr anbauen zu können.

Das diesjährige Wachstum der Pflanzen liegt aufgrund des wiederum trockenen Sommers deutlich hinter den Erwartungen und dem Bedarf zurück. Ferner sind auch Ernteausfälle wie z.B. in Polen oder den USA zu beklagen; zudem mussten bereits vor dem Erntebeginn einige Felder frühzeitig und noch nicht vollständig ausgereift abgeerntet werden.

Folge ist eine Angebotsknappheit; die Preise für die Rohware liegen bereits zu Erntebeginn 2019 erkennbar über dem Vorjahresniveau. Diese Verteuerung der Rohware kann von den Herstellern nicht mehr ausgeglichen werden.

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Verbraucher sprechen sich für den Nutri-Score aus

(Bonn, 2. Oktober 2019) Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat am Montag das Ergebnis seiner Verbraucherbefragung zur verbesserten Nährwertkennzeichnung vorgelegt: Im Ergebnis hat sich die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher für das aus Frankreich stammende Nutri-Score-Modell ausgesprochen. Ministerin Klöckner hat angekündigt, im Oktober 2019 einen Verordnungsentwurf vorlegen zu wollen, mit dem sie die Einführung dieses Modells zur ergänzenden Nährwertinformation vorschlagen wird. Weiterlesen

MRI-Forschungsprojekt zur mikrobiologischen Qualität frischer pflanzlicher Produkte

(Bonn, 11. Juni 2019) Das Max Rubner Institut (MRI) hat in einem Forschungsprojekt die mikrobiologische Qualität frischer pflanzlicher Produkte und das Vorkommen von humanpathogenen Bakterien untersucht. Die Forscher kamen hierbei unter anderem zu dem Ergebnis, die mikrobiologische Qualität verzehrfertiger Mischsalate sei „ungenügend“. Diese seien im Vergleich zu den anderen in der Studie untersuchten Produkten am höchsten mit humanpathogenen Bakterien belastet. Da Verbraucher den verzehrfertigen Salat zudem nicht waschen, schälen oder erhitzen würden, werde die Belastung auch nicht verringert. Weiterlesen

Wechsel in der Hauptgeschäftsführung der Verbände Kulinaria Deutschland, Fachverband der Gewürzindustrie und Deutscher Verband der Hefeindustrie

(Bonn, 20.12.2018) Rechtsanwalt Dr. Markus Weck (44) ist ab 1. Januar 2019 Hauptgeschäftsführer der Verbände Kulinaria Deutschland, Fachverband der Gewürzindustrie und Deutscher Verband der Hefeindustrie. Zugleich übernimmt er als Generalsekretär die Leitung des europäischen Branchenverbandes Culinaria Europe. Er tritt die Nachfolge von Dirk Radermacher (66) an, der zum Jahresende 2018 nach 32-jähriger Verbandstätigkeit in den Ruhestand tritt.

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BVL zu Feinkostsalaten in Krankenhäusern und Pflegeheimen: pauschale Verunsicherung

(Bonn, 11.12.2018) Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) weist in einer aktuellen Pressemitteilung vom 06.12.2018 darauf hin, dass viele Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime ihre Patienten und Heimbewohner beim Essen unnötigen gesundheitlichen Risiken aussetzen: „Oft stehen risikobehaftete Lebensmittel wie Feinkostsalate […] auf dem Speiseplan.“ Diese gehörten zu den Lebensmitteln, die mit Keimen belastet sein und somit bei empfindlichen Personengruppen schwere Infektionskrankheiten auslösen könnten.

Quelle dieser Einschätzung ist offenbar ein Merkblatt des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), in welchem aber gar nicht davon abgeraten wird, Feinkostsalate an empfindliche Personengruppen abzugeben. Das BfR weist lediglich – zutreffend – darauf hin, dass in Pflegeheimen und ähnlichen Einrichtungen die Weiterverwendung überschüssig produzierter Speisen nur in Betracht komme, „wenn die Speisen während der Zwischenlagerung nicht nachteilig beeinflusst und die Temperaturanforderungen an das Kühlen, Garen und Heißhalten nachweislich eingehalten wurden. Am Ende des Produktionstags sind Feinkostsalate und Cremespeisen, einschließlich Kuchen mit nicht durchgebackenen Cremefüllungen und sahnehaltige Konditoreiprodukte auf jeden Fall zu entsorgen.“

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Meerrettich: erhebliche Verknappung der Rohware durch Minderernte

(Bonn, 14. November 2018) Die Meerrettichernte hat begonnen und bereits jetzt sind die Folgen der Sommerhitze absehbar – Krenbauern und Weiterverarbeiter berichten von starken Einbußen.

Die Meerrettichernte fällt in diesem Jahr deutlich geringer aus als in den Vorjahren. Grund dafür ist der heiße und vor allem trockene Sommer. Die Meerrettichstangen sind kleiner und leichter als sonst. Weiterlesen